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01.10.2022
ONLINE-MAGAZIN
Themenbeitrag


Bild von: MagicZyks

 



Wer will das eigentlich sehen?





Liebe Mitglieder,

die Frage: „Wen interessiert’s?“ ist mit Sicherheit älter als das Internet, doch seit der Entstehung von Online-Communities und Plattformen wie Twitter, Instagram, TikTok usw. brandaktuell.

Als ich kurz nach Einführung von z.B. Twitter auf diesen neuen Mikroblogging-Dienst aufmerksam wurde, hatten die Erfinder von Twitter eine Seite ins Netz gestellt, welche mit fröhlichen Cartoons dazu aufforderte, mit Freunden oder Verwandten durch kurze Botschaften (damals noch 140 Zeichen) in Kontakt zu bleiben.

„A global community of friends and strangers
answering one simple question: What are you doing?“

(Twitter-claim)


Ich habe daraufhin kurz überlegt, welche meiner Freunde ich mit kurzen Statusnachrichten im Stil von: „Ich schmiere mir gerade ein Brot.“ oder „Ich suche schon wieder mein Ladegerät.“ erfreuen könnte. Aber mir fehlte die Fantasie, wie diese Kurzbotschaften unser Leben bereichern sollten.

Ich hätte sogar gewettet, dass dieses Konzept am Markt nicht besteht. Vier Jahre später verzeichnete Twitter 105 Millionen Nutzer. Heute ist Twitter das Sprachrohr für Präsidenten, Politiker, Schauspieler, Musiker, Pornostars … im Grunde für Jeden.

Die Frage steht trotzdem weiter im Raum, wen interessiert mein Posting?

Bezogen auf die Sklavenzentrale stelle ich mir diese Frage besonders bei den Bilduploads außerhalb des eigenen Profils, also in den öffentlichen Galerien. Bevor ich ein Bild hochlade, überlege ich kurz, ist dieses Bild eine Bereicherung für eine auf BDSM und Fetisch spezialisierte Seite? Sagt meine innere Stimme „Ja“, lade ich es hoch. Sagt sie mir „Naja“ lade ich es auch noch hoch.

Einer wird’s schon mögen. :-)

Diese meine Vorgehensweise ist - so vermute ich - auch bei vielen anderen Mitgliedern anzutreffen. Daneben existiert noch mindestens eine andere Upload-Strategie. Eine die nicht danach fragt, ob es jemanden gibt den das Bild/Motiv interessieren könnte, sondern nur dem Exhibitionismus des Uploaders Rechnung trägt.

So wie man zu analogen Zeiten mit dem Trenchcoat im Park stand, um sich vor ahnungslosen Spaziergängern blitzschnell zu entkleiden, so kann man heute dieser Leidenschaft online nachgehen, indem man z.B. Teile seines Enddarms aus dem Anus drückt und dieses Ergebnis hochlädt.

Bei solchen Bildern bin ich unsicher, ob ich sie unter: „Wenn es dem Uploader Freude macht, ist der Zweck dieser Community erreicht.“ ablegen soll oder ob ich mir wünschen soll, dass jeder Uploader, der etwas der Öffentlichkeit preisgibt, wenigstens ganz kurz vorher überlegt: „Glaube ich, das möchte jemand sehen?“.

Wie stehst du als Leser dieses Artikels zu dem Thema? Würde mehr Selbstzensur bei den Uploads der Community gut tun oder ist es genau richtig, dass jeder „raushaut“ was ihn drückt? … also ganz Twitter-Style. :-)


Text: M. Zyks
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Der Inhalt dieses Artikels gibt lediglich die Meinung und Ansicht des Autors wieder und muss mit der Meinung der Sklavenzentrale nicht unbedingt übereinstimmen.